Hochzeit einst und heute

Hochzeitliches Brauchtum wird auch heute noch gepflegt
Hochzeit einst und heute

Hochzeitliches Brauchtum wird auch heute noch gepflegt

Die Hochzeit zählt neben der Geburt und dem Tod zu den einschneidensten Ereignissen im Leben eines Menschen. Aufgrund der großen Bedeutung ist deshalb auch viel Brauchtum rundherum entstanden, das auch heute, je nach Landstrich, noch teilweise gepflegt wird. Angesichts dieses üppigen Brauchtumreigens kann deshalb hier auch nur ein kleiner Teil erwähnt werden und zwar aus dem bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz.

Während das künftige Paar sich heute selbst seinen Partner auserwählt, war es früher nicht selten üblich, dass vor allem in der bäuerlichen Bevölkerung dem Vater die Mittlerrolle für die Partnerwahl oblag. Meist spielte dabei die Höhe der Mitgift eine große Rolle. Heiratete ein Paar gegen den Willen der Eltern nur aus reiner Liebe, bekam der eventuelle Erbe in vielen Fällen auch nicht das elterliche Anwesen überschrieben, was nicht gerade ein glücklicher Beginn einer Ehe war. Die Hochzeit fand oft erst statt, wenn der Bauer den Hof an den Sohn übergab. In der Regel hatte der Bräutigam dann schon ein reifes Alter, während heute die Paare meistens wesentlich jünger heiraten.

War es bei einer großen Bauernhochzeit üblich, dass der Brautlader die Verwandtschaft und Bekanntschaft einlud, so war es bei weniger begüterten Leuten das Paar selbst, das etwa zwei Wochen vor der Hochzeit die Gäste einlud. In unserer Zeit richtet sich das künftige Paar die Wohnung in den Wochen vor der Hochzeit schon bezugsfertig ein. Früher war es üblich, dass etwa drei Tage vor der Trauung die Aussteuer der Braut mit einem Kammerwagen zur künftigen Wirkungsstätte gefahren wurde. Unterwegs wurde der Wagen oft aufgehalten und musste mit Geldstücken freigekauft werden. Dies geschieht auch heute noch, vor allem auf dem Land, wenn das Paar nach der kirchlichen Trauung zum Gasthaus fährt. Das geschmückte Brautauto wird dann oft mehrmals von Kindern mit über die Straße gespannten Schnüren aufgehalten und darf erst dann weiterfahren, wenn sich das Brautpaar mit Geldmünzen „freigekauft“ hat.

Der Brauch des Porzellanzerschlagens am Polterabend – dem Vorabend des Hochzeitsfestes – wird in der Oberpfalz erst seit etwa 60 Jahren gepflegt. Dies soll der künftigen Ehe Glück bringen. In der nördlichen Oberpfalz, wo bis vor wenigen Jahren die Porzellanindustrie ansässig war, wurde das Geschirr zum Leidwesen der Brautleute, oft säckeweise vor das Haus der Braut geschüttet.

Am Hochzeitsmorgen finden sich die Gäste im Haus der Braut ein, wobei jeder ein Myrtensträußchen angesteckt bekommt. Früher waren es auch Rosmarinsträußchen. Der Bräutigam darf die Braut erst sehen, wenn sie vollständig angekleidet und bereit zum Kirchgang ist.

Heute ist die Bekleidung der Braut fast in ganz Deutschland einheitlich, während sie früher je nach Landstrich ganz verschieden war. In der Oberpfalz trug die Braut neben der weißen Haube auf dem Kopf einen Myrtenkranz mit weißen Rosen oder mit Rosmarin, oder aber einen goldenen „Bendl“ – das ist ein Kopfputz mit Silber, Perlen, Röslein und bunten Glasknöpfen, der mit einer Nadel auf dem zurückgekämmten Haar befestigt wurde.
Closeup of whimsical wedding cake figurines on white
eine flasche champagner in einem sekt kühler auf weißem hintergrund
gedeckter Tisch zum Valentinstag place setting for valentines day
wonderful girl is in the fairy-tale forest
An image of two Champagne glasses on light bokeh background
a example of bride hairstyle
Neben den weißen Strümpfen und Glanzschuhen bestand das wichtigste Kleidungsstück entweder aus einem verschiedenfarbig schillernden Überrock oder aber aus einem schwarzen Rock mit Goldborte sowie einem Seidenhalstuch.

Bei der kirchlichen Trauung gab es früher zwischen Arm und Reich keinen Unterschied. Hier spielte der Stand keine Rolle, während die anschließende Feierlichkeit je nach dem Geldbeutel üppig oder auch bescheiden ausfiel. Nach dem Gottesdienst werden das Paar und die Gäste an der Kirchentür von Ministranten mit einem Band aufgehalten. Hier muss sich die ganze Hochzeitsgesellschaft freikaufen. Kommt das Paar zum Gasthaus, in dem das Mahl gehalten wird, so muss die Braut einen Laib Brot anschneiden sowie ein Glas Wein austrinken, und dieses dann, ohne zurückzublicken, nach rückwärts wegwerfen, wobei das Glas zerbrechen muss.

Heutzutage sind Speise und Trank für alle geladenen Gäste meistens kostenlos. Früher musste dagegen oft ein Mahlgeld in einer bestimmten Höhe bezahlt werden. Einst wurde die Zeit am Nachmittag auch mit Spielen ausgefüllt, wogegen sich heute die Hochzeitsgesellschaft in dieser Zeit meist etwas „verläuft“. Erst nach dem Abendessen, wenn die Musikkapelle zum Tanz aufspielt, wird der Saal wieder voll. Musik und Tanz gehörte auch in den vergangenen Jahrhunderten zum festen Zeremoniell. Es war sogar eine zeitlang üblich, dass bei reichen Hochzeiten schon nach dem Frühstück mit der Musik ins Wirtshaus gezogen wurde, um zu tanzen. Wichtigste Instrumente waren vor 1800 in der gesamten Oberpfalz der Dudelsack und die Geige. Ersterer wurde dann von der Klarinette und Oboe abgelöst. Mitte des 19. Jahrhunderts fand die Ziehharmonika und die Zither Eingang in die Volksmusik und Ende des Jahrhunderts die gemischte Streich- und Blasmusik. Heute ersetzt auch in der Oberpfalz ein Alleinunterhalter eine ganze Kapelle mit seinem Keyboard oder Akkordeon mit Midi Anschluss.

Der Hochzeitsabend ist auch heute noch voll von unterhaltsamen Spielen und Bräuchen. Die bekanntesten sind das „Brautschuhversteigern“, das „Entführen der Braut“ sowie um Mitternacht der „Schleiertanz“, wobei das nächste Brautpaar auserwählt werden soll. Kommt das Paar nach der Feier in die neue Wohnung, so kann es oft eine böse Überraschung erleben. Nicht selten sind die Betten zerlegt, die Türen verbarrikadiert oder sogar Reis und Erbsen über den ganzen Boden verstreut, was von Freunden verübt wurde. Manchmal kommt es dabei vor, dass das jungvermählte Paar müde und verärgert zurück zu den Eltern fahren muss, um wenigstens eine Schlafstätte für die erste Nacht zu haben. Sieht das jungvermählte Paar gar einem freudigen Ereignis entgegen, so kann es am Morgen nach der Hochzeit oft noch eine weitere Überraschung erleben. Gar manchmal steht dann irgendwo auf dem Dach ein Kinderwagen oder es ist Babywäsche an einer Leine aufgehängt. Oft sieht man nach einer Hochzeit auf den Straßen auch Kalkspuren. Diese wurden von Freunden des Paares oft von der Wohnung der Braut oder des Bräutigams zur Wohnung einer früheren Freundin oder eines Freundes gezogen.

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Text: Walter J. Pilsak
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