Antarktis - Zerbrechliche Wildnis am Ende der Welt

Serie XXL Naturwunder (3)
Antarktis - Zerbrechliche Wildnis am Ende der Welt

Schon rund 500 Jahre v. Chr. vermuteten ägyptische und griechische Philosophen einen südlichen Kontinent, den sie „Antarktos“ nannten. Aber es dauerte noch bis zum Jahr 1821, bevor Menschen erstmals einen Fuß auf den „weißen Kontinent“ setzten. Bis heute gehört die Südpolregion zu den unerforschtesten Gebieten der Erde. In manchen Regionen der Antarktis war noch nie ein Mensch.

Die Antarktis ist ein Kontinent der Superlative: Es ist der südlichste, kälteste, trockenste und sogar höchste Kontinent der Erde. Eine Eiswüste, die 80 Prozent des Süßwassers der Erde speichert. Schon im antarktischen Sommer ist dieser Kontinent mit 13,2 Millionen Quadratkilometer mehr als doppelt so groß wie ganz Europa. Im Winter lagert sich Meereis rings um den Kontinent an den Küsten an - das so genannte Packeis. Dadurch verdoppelt sich die Fläche der Antarktis innerhalb kürzester Zeit.

Der sechste Kontinent ist der kälteste der Erde. Bei einem Jahresdurchschnitt von minus 40 Grad und Tiefsttemperaturen von bis zu minus 90 Grad. Und er ist der trockenste - an manchen Orten gibt es weniger Niederschläge als in der Sahara. Zu 98 Prozent ist die Antarktis von Eis bedeckt. Der Eismantel erreicht an den dicksten Stellen 5.000 Meter. Durch diese Eisschicht ist die Antarktis auch der höchstgelegene Kontinent der Erde.

Die großen eisfreien Gebiete der Antarktis wie etwa das Dry Valley im Victorialand werden Oasen genannt. Doch Palmen gibt es hier natürlich nicht. Trotzdem ist die Antarktis alles andere als Leblos. Erstaunlich viele Tiere nutzen den eisigen Kontinent als Lebensraum. Die meisten Pflanzen und Tiere trifft man allerdings nicht an Land, sondern im Meer an. Das liegt daran, dass das kalte Polarmeer reich an Sauerstoff und Mineralstoffen ist. Dieser Cocktail bildet die Nahrung für mikroskopisch kleine Pflanzen und Tiere, die man Plankton nennt. Das Plankton wiederum stellt die Nahrungsgrundlage für viele Fische und Krebsarten dar. Das wiederum zieht große Jäger wie Robben, Möwen, Albatrosse, Sturmvögel, Killerwale und Pinguine an!

Fische können bei Wassertemperaturen von -1,9 Grad nur existieren, da sie in ihrem Körper spezielle „Antifrost“-Proteine bilden. Diese verhindern die Bildung von Eis innerhalb des Körpers. Auch die anderen Bewohner der Antarktis haben raffinierte Tricks gegen die Kälte entwickelt.

Große Tiere haben den Vorteil, dass ihre Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen relativ klein ist - und damit auch der Wärmeverlust. Das macht sich vor allem bei den Walfischen bemerkbar, die in großer Zahl in den südpolaren Gewässern vorkommen. Zu den erstaunlichsten gehört der Grauwal, der die längste Wanderung aller Säugetiere unternimmt. Er schwimmt von seinen winterlichen Fortpflanzungsgebieten in Mexiko bis zu den sommerlichen Nahrungsgebieten in den Gewässern der Bering See und wieder zurück. Im etwa 40-jährigen Leben eines Grauwals entsprächen diese Wanderungen einer Hin-und Rücktour zum Mond! Und auch 5000 Meilen südlich in der Antarktis wird der Grauwal des häufig gesichtet!

Mit einer dicken Speckschicht, einem dichten Fell oder einem wärmenden Federkleid sind Robben und Pinguine von Kopf bis Fuß auf die Kälte eingestellt. Zu den häufigsten Südpolbewohnern gehören die Krabbenfresserrobben. Wie der Name schon sagt, ernähren sich die großen Robben überwiegend von Krebsen. Sie haben ein spezielles Gebiss, mit dem sie in dichten Krillschwärmen die Tiere heraussieben. Die Krabbenfresserrobbe ist vermutlich die individuenreichste Robbenart der Erde. Es wird vermutet, dass der Krillkonsum sämtlicher Krabbenfresserrobben, den Konsum aller Walarten zusammen genommen übersteigt.
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Antarktis, Antarctica, Dawson-Lambton Glacier,
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Original-Photo: Fritz Poelking, Fritz Pölking
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South Atlantic. Antarktis. Landscape,
Photo: Fritz Poelking, Fritz Pölking
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Junge Kaiserpinguine
Antarktis
Southern elephant seal, Elefantenrobbe,
Mirounga leonina,
Falkland Islands, South America.
Photo: Fritz Poelking, Fritz Pölking
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Falkland Island Flightless Steamer Duck   /   (Tachyeres brachypterus)   /   Falkland-Dampfschiffente   /   [Suedamerika, south america, Tiere, animals, Vogel, Voegel, birds, Gaensevoegel, Halbgaense, shelducks, aussen, outside, frontal, head-on, von vorne, stehen, standing, adult, Freisteller, cut out, Hochformat, vertical]
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Antarktis, Antarctica, Dawson-Lambton Glacier,
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Original-Photo: Fritz Poelking, Fritz Pölking
Riesensturmvogel mit Jungem
Insel Südgeorgien, Antarktis
Black-browed albatross, Mollymauk,
Diomedea melanophris,
Falkland Islands, South America.
Photo: Fritz Poelking, Fritz Pölking
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Eselspinguin mit Jungen im Nest
Sinsel Südgeorgien, Antarktis
Pinguine sind die abgehärtesten Überlebenskünstler der Antarktis, allen voran die Kaiserpinguine, denn sie bringen im Antarktischen Winter sogar ihre Jungen zur Welt. Ihr elegantes Federkleid schützt auf geniale Weise vor der Kälte: Unter einem dachziegelartig angeordneten Außengefieder befindet sich eine feine Daunenschicht mit Mikroluftkammern. Pinguine tragen sozusagen eine doppelte Iso-Jacke. Thermoaufnahmen zeigen, dass Kaiserpinguine nur in der Region um das Auge Wärme an die Umgebung abgeben. Der Rest des Körpers ist hermetisch isoliert. Doch die dicke Fettschicht schützt nicht nur gegen Kälte, sondern dient zugleich als Energiespeicher. Vier Monate lang können die Frackträger überleben, ohne einen einzigen Bissen zu fressen. Das macht ihnen so leicht niemand nach!

Auch im eiskalten Wasser der Antarktis funktioniert der Iso-Schutz perfekt. Bis zu 400 Meter tief tauchen die Pinguine im Meer, wo sie kleine Fische und Krebse jagen. Hier sind die Kaiserpinguine in ihrem Element. Pfeilschnell verfolgen sie ihre Beute unter Wasser. Ihr Körper ist stromlinienförmig geformt, so wie der eines Delfins oder einer Robbe. Und auch die kurzen Flügel - am Land ziemlich unbrauchbar - entpuppen sich unter Wasser als praktische Schwimmflossen. Bis zu 15 Minuten können die Superschwimmer tauchen. Neben den Kaiserpinguinen leben hier unter anderem noch Königspinguine, Eselpinguine, Zügel- und Haubenpinguine. Königspinguine trotzen der Kälte durch eine starke Gemeinschaft. Mehrere Hundert Tiere stehen eng zusammen und nehmen ihre Jungen schützend in die Mitte der Kolonie. Eselpinguine bauen Nester aus Steinchen, die sie in der Umgebung einsammeln. So können die Eier auch bei feuchtem Untergrund trocken und warm gehalten werden. Die Vögel klauen sich gegenseitig immer wieder Steinchen aus den Nestern, was oft zu Konflikten führt. Später arbeiten die Streithähne versöhnlich zusammen. Sie gründen Kindergärten, in denen sich die Eltern reihum mit dem aufpassen abwechseln.

Pinguine sind aber nicht die einzigen Vögel, die in der Antarktis brüten. Blaugenscharben, Gabelschwanzseeschwalben, Skuas, Dominikanermöwen und Albatrosse bringen dieses Kunststück ebenfalls fertig. Sie nutzen die kurze Zeit des antarktischen Sommers um ihre Jungen großzuziehen. Es gibt einen handfesten Grund diese klimatisch harte Gegend für die Brutpflege auszuwählen: Die Gewässer sind reich an Leben. Alle Vögel sind begnadete Taucher, die im Null Grad kalten Wasser auf Fischjagd gehen.

Erstaunlich sind die Überlebensfähigkeiten der Schwarzbrauenalbatrosse. Monatelang kreuzen sie über den Ozeanen und fliegen oft Tausende von Kilometern. In zwei Wochen können sie Strecken bis zu 6.000 km zurücklegen. Für Ihren Daueraufenthalt über dem Ozean, haben sie kuriose Tricks entwickelt. So können Albatrosse Meerwasser trinken und das Salz durch die Nasendrüsen wieder ausscheiden. Die Albatrosse können auf diese Weise die gesamte Antarktis umkreisen ohne einmal landen zu müssen. Wie die meisten Tiere meiden sie den inneren Kontinent. An den Rändern der Antarktis herrscht vor allem im Sommer ein etwas weniger raues Klima. Hier lassen sich dann auch einige der imposanten Vögel zum Brüten nieder. Die gefährlichen Klimaverhältnisse werden dadurch entlohnt, dass es weniger Fressfeinde gibt: Denn Füchse, Raubkatzen, Marder oder andere vierbeinige Eierdiebe sucht man in der Antarktis vergeblich.

Copyright: Michael Krabs
Fotos: Bildagentur Zoonar

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