Spielsucht und deren Therapie aus psychiatrischer Sicht

Spielsucht und deren Therapie aus psychiatrischer Sicht

EXPOSÈ zum Fachartikel von Dr. med. Univ. Alexander Bernhaut, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, sowie Psycho-Onkologe

Hinweis: Der komplette Fachartikel ist sehr lang, daher wird nachfolgend nur das Intro dargestellt. Ein deutlich gekürzter und vereinfachter Artikel für Publikumsmedien ist ebenfalls lieferbar.

Mich diesem hochbrisanten Thema nicht nur statistisch oder ausschließlich wissenschaftlich, sondern vielmehr mit Bedacht auf lebensphilosophische Fragen zu widmen, ist mir ein persönliches Anliegen. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es wichtig, auch das sogenannte „Einfache“ zu vermitteln, weil es zum besseren Verständnis der komplexen Materie „Spielsucht“ einen durchaus wertvollen Beitrag zu leisten imstande ist. Ziel dieses Beitrags ist es daher vorrangig, eine allgemein verständliche Einführung in das Thema zu liefern, den Zugang der Psychiatrie zur Diagnose der nichtstofflichen Abhängigkeit zu erläutern und in Grundzügen auch Therapiemöglichkeiten zu erörtern. Dabei ist auch stets im Auge zu behalten, dass Spielsucht oftmals nicht singulär vorliegt, sondern mitunter im Kontext mit anderen Störungen, wie Depressionen oder stofflichen Abhängigkeiten auftritt, deren erfolgreiche Behandlung Voraussetzung für die Reduktion oder Behebung der nichtstofflichen Abhängigkeit darstellt.

Im Wort Glücksspiel (bzw. in zwei Substantiva getrennt: Glücks-Spiel) kommen zwei immens wichtige Elemente, ja integrale Bestandteile unseres (menschlichen) Lebens vor: Das Glück und das Spiel(en). Zu Recht hat Johan Huizinga die Prägung jedes Individuums, vor allem im Kindheits- und Jugendalter, durch das Spielen in seinem Standardwerk homo ludens aufgezeigt.2 Huizinga erwähnt zudem die über das menschliche Spielen hinausgehende Bedeutung des Spiels für alle Lebewesen, denn auch für Tiere bedeutet Spielen Glück und Zerstreuung. Beim Menschen erhält die Glückssuche aber eine andere tiefer greifende Dimension. Die (ewige und manchmal doch erfolglose) Suche nach dem Glück, nach dem Glücklichsein, und wenn man es umschreiben wollte, die Suche nach inneren und äußeren Harmonien, deren Strukturen legitimerweise individuelle Unterschiedlichkeiten aufweisen können und dürfen. Und gepaart mit dem Spiel-Trieb des Menschen, wird der Suche ein Rahmen gegeben, indem eben immer öfter der Buchstabe „t“ das „e“ ablöst. Vom rastlos Suchenden zum trostlos Süchtigen ist es dann häufig nur ein kurzer Weg, ein schmaler Grat!

Es liegt demnach also auf der „psychologischen Hand“, dass Sucht von suchen kommt, auch wenn die etymologischen Wurzeln des Begriffs „Sucht“ in eine andere, der Medizin viel nähere stehende Richtung weisen;3 im psychologischen Kontext aber bedeutet Sucht das Suchen nach etwas, das nie da war oder das zwar einmal da war, das aber irgendwann abhandengekommen ist. Und spätestenshier kommt die frühkindliche Entwicklung eines Menschen ins wortwörtliche Spiel. Suchtartiges Verhalten kann eher bei Personen beobachtet werden, denen in ihrer Entwicklung wichtige sozioemotionale Bausteine wie Geborgenheit, (Nest-)Wärme, Respekt und Anerkennung – um nur einige zu nennen – warum auch immer, vorenthalten wurden. Das daraus im psychodynamischen Sinne entstandene Leck bedeutet die Entwicklung eines fruchtbaren seelisch-geistigen Bodens, auf dem in der Folge kompensatorische Suchtvarianten nur so sprießen. Damit geht zumeist eine verminderte Ich-Identität einher, die dieses System des gefährlichen Ausgleichens am Köcheln hält.

Spielsucht, Mager-, oder Fresssucht, Sexsucht, Arbeits-, Drogen- oder Alkoholsucht – überall scheint die (negative) Prägung der ersten Jahre des Menschen eine übergeordnet einflussreiche Rolle zu spielen. Allerdings ist zu konstatieren, dass die frühkindliche Prägung augenscheinlich nicht der einzige Suchtfaktor ist. Soziale, ökonomische und berufliche Aspekte treten hinzu.
Children listening to music
Der Zylinder eines Roulette Glücksspiel in einem Spielkasino. Gewinn und Verlust wird durch Zufall entschieden.
Ausschnitt eines Geldspielautomaten-Displays
In Zeiten, in denen mancherorts die Kluft zwischen Arm und Reich wieder größer zu werden droht, individuelle wirtschaftliche Befindlichkeiten massiv überlagert werden – Stichwörter: Wirtschafts-, und Arbeitsmarktkrisen, Pensionsminderungen bei gleichzeitigem Ansteigen der Lebenserwartung – kommt einem gleichsam „pragmatischen“ Reflex in einigen Bevölkerungsteilen eine gestiegene Bedeutung zu. Das davon abgeleitete Motto lautet: „Man braucht mehr Geld und das am besten durch weniger Aufwand!“ Hier bietet sich das Glücksspiel mit der Chance auf das „schnelle Geld“ an. Es lockt der Automatensalon, der auf dem Heimweg gleich neben der Bundesstraße situiert ist. 6 Oder das bereits vorhandene, da in Gutscheinform bereit gestellte Spiel- und Wettkapital auf Online- Plattformen, das es ja nur zu vermehren gilt! Übersehen wird dabei das Verlust- und das Suchtpotenzial.

Das schnelle Geld! Nicht nur in Österreich besteht ein regelrechter „Hype“ um große Lotterien. In Staaten mit einem großen Arm-Reich-Gefälle ist die Hysterie noch um ein Beträchtliches größer als hierzulande, wie die spanischen Lotterien El gordo (zu Weihnachten) und El niño (um den Dreikönigstag) zeigen,7 welche ganze Dörfer mobilisieren.8 Allein in einem Dorf gewannen die Bewohner, die sich einer Tippgemeinschaft angeschlossen hatten, 40 Millionen Euro. Verräterisch ist der damit in Verbindung gebrachte Ausdruck, der die emotionale Befindlichkeit der Dorfbewohner umschreibt: „Hier sind alle in Ekstase“, wird ein der Bürgermeister des kleinen, spanischen Dorfes Monforte de Lemos zitiert.

Anreize für das „schnelle Geld“ sind, wie im Text vermerkt, Lotto-Jackpots, die im Fernsehen und in Zeitungen beworben werden,10 wobei sich hier die Einsätze in Maßen halten; gefährlicher sind indes Internetglücksspiele, die über Spam-Mails, Links oder Pop-ups ins Blickfeld geraten und zu spontanen Einsätzen oder stundenlangen, unkontrollierten Online-Aktivitäten einladen.

Ein weiterer, möglicher Entstehungs-Faktor suchtartigen Verhaltens, der wissenschaftlich nachprüfbar ist, besteht im Vorhandensein genetischer Prädispositionen. Mehrere Untersuchungen, z.B. an Zwillingen, haben gezeigt, dass es eine erhöhte Tendenz (manche Autoren schreiben von bis zu 50%) von nahen Angehörigen spielsüchtiger Verwandter gibt, ebenfalls an Spielsucht zu erkranken und dass die Angehörigen Spielsüchtiger daher zumindestens (latent) gefährdeter sind als andere Personen, selbst spielsüchtig zu werden. Angesichts der Tatsache, dass sehr viele Personen, empirisch betrachtet, von spielsüchtigen Angehörigen berichten, ist diese weit verbreitete Prädisposition ein sehr beunruhigender Faktor. Möglicher Weise sollten prohibitive und vorbeugende Maßnahmen an diese (allerdings nicht gesicherten) Prädispositionen anknüpfen, wenn sich diese Fakten erhärten sollten.

Ähnlich der Genese einer Depression hat auch die Suchtentstehung mit hoher Wahrscheinlichkeit einen sogenannten biopsychosoziokulturellen Überbau;11 dieser Ansatz enthält nicht weniger als vier unterscheidbare Aspekte (Bios, Psyche, Soziales, Kulturelles) und macht als multifaktorielle Betrachtungsweise Sinn. In etlichen Studien werden daher die Biographien der Probanden unter die Forschungslupe genommen. Es zeigt sich, dass erst das Zusammenspiel aus genetischen, biologischen, sozialen und psychodynamischen Faktoren (“life events“) und Auslösermechanismen die Ausprägung einer pathologischen Suchtneigung fördern.

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Text: Dr. Alexander Bernhaut
Fotos: Bildagentur Zoonar (Fernando Cortés de Pablo, Docmedia, Harald Richter, Erwin Wodicka, Marcel Schauer)
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