Streuobstwiesen - Mehr als nur Äpfel und Birnen

Streuobstwiesen zählen im süddeutschen Raum zu den traditionsreichen Kulturlandschaften
Mehr als nur Äpfel und Birnen

von Andreas Scholz

Streuobstwiesen zählen im süddeutschen Raum zu den traditionsreichen Kulturlandschaften. Andreas Scholz hat für uns die Streuobsthochburgen zwischen Schwäbischer Alb, Remstal und Hohenloher Land besucht.

Auf der Alb gibt es knapp 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Zwischen Obstblüten, ausgehöhlten Baumstämmen und Fallobst fühlen sich Wildbienen, Wendehals, Grünspecht und Igel wohl. Wieder heimisch in der Region Neckar-Alb soll der Wiedehopf werden, der bis in die 1970er Jahre als regelmäßiger Brutvogel vertreten war. Erste Beobachtungserfolge an neu aufgestellten Nistkästen geben Hoffnung, dass der Vogel mit dem auffälligen Kopfschmuck dauerhaft aus seinen Winterquartieren in Afrika ins Schwabenland zurückkehrt.

Etwa 26.000 Hektar umspannen die Streuobstlandschaften zwischen Alb und Neckar. Mehr als 1,5 Millionen Obstbäume machen diese Gegend zu einem Genießer- und Ökoparadies der Superlative. Während der „Schwob“ nach getaner Arbeit („Schaffa isch halt a Gschäft“) gerne ein Apfelküchle, ein Zwetschgenwässerle oder ein Apfelsaft-Schorle aus heimischen Obstanbau genießt, schätzen Naturfreunde die Artenvielfalt in der Streuobstwiese.

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Lebensraum Streuobstwiese

Doch vor allem im Frühling und im Frühsommer summt, brummt und zwitschert es in den erhalten gebliebenen Obstwiesen, dass es eine helle Freude ist. Wenn nach einem langen Winter auf der rauhen Reutlinger Alb die Obstblüte einsetzt, ist das Glück der Natur- und Landschaftsfotografen perfekt. Das Dauerfeuer der Kamera ebbt nicht so schnell ab, denn überall locken im schwäbischen Frühling schöne Motive. Die Obstbäume und bunten Blumenwiesen am Albtrauf bieten Steinkauz, Buntspecht und Gartenrotschwanz wichtige Lebensräume. Seltene Wildbienenarten wie die Blaue Holzbiene legen in altersschwachen Obstbäumen ihre Nestgänge an.

Für Tagfalter wie Admiral, Kleiner Fuchs, C-Falter oder Tagpfauenauge ist der Tisch reich gedeckt. Im schwäbischen Frühling laben sie sich an Blüten, die ihnen Quitten-, Zwetschgen-, Apfel- oder Birnbäume millionenfach „frei Haus“ liefern. Sobald die Blüten verwelkt sind, steigen sie im Frühsommer um auf die lockenden Blütenköpfe oberhalb der Grasnarbe. Den Nektar von Wiesen-Salbei, Magerwiesen-Margerite, Wilder Möhre oder Wiesen-Storchschnabel teilen sie mit Rosenkäfern, Gefleckten Schmalböcken oder Bienenwölfen.

Vogelparadies

Leicht werden sie dabei Beute von Singvögeln wie Hausrotschwanz oder Halsbandschnäpper. Der Halsbandschnäpper kommt in den schwäbischen Streuobstwiesen häufiger vor. Hier ertönt noch sein gepresster Gesang „Trüh ziit tru sidi“. Manchmal belässt der Fliegenschnäpper es bei einem lang gezogenen „iip“. Der schwarzweiß-gemusterte Insektenjäger gilt als Charaktervogel der Streuobstwiese. Weil die Anzahl von natürlichen Höhlen in Baumstämmen nicht ausreicht, befestigen Naturschützer in der Streuobstwiese künstliche Nisthilfen für Halsbandschnäpper und Co. Neben dem klassischen Halbhöhlen-Nistkasten für Gartenrotschwanz und Halsbandschnäpper befestigen Vogelschützer auch mardersichere Brutröhren für den Steinkauz im Obstbaum.

Mit Nisthilfen für Vögel und Insekten allein ist es jedoch nicht getan. Um zu verhindern, dass immer mehr Obstbauern die anstrengende Arbeit auf den schwäbischen Obstwiesen einstellen, gründeten die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis im Jahr 2012 den Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“.

Obstpatenschaften

So übernimmt der Landkreis Reutlingen die Streuobstpatenschaft für lokale Sorten wie den Reutlinger Streifling oder die Ermstaler Knorpelkirsche. während sich der Landkreis Tübingen für den Nehrener Kernapfel stark macht. Tourismuskonzepte wurden ebenfalls erarbeitet. Neben Streuobstlehrpfaden, Apfelbaum-Patenschaften oder Radwegen durch Streuobstangebiete steht die Vermarktung von Obsterzeugnissen im Fokus. Ob Biosäfte, Obstbrände, Schnaps- und Mostverkostungen, Obstprodukte, Obstkörbe, Souvenirs oder Deko: die Produktpalette ist groß.

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Endlose Obstwiesen im Remstal

Ausgedehnte Streuobstwiesen finden sich ebenso im Rems-Murr-Kreis in der Nähe von Stuttgart.
Dort vermischen sich die Obstbaumbestände oft mit Weinbergen. Auch wenn viele Ecken in der Maschinenbauregion Stuttgart leider sukzessive zugebaut wurden, haben sich im Remstal einige idyllische Flecken gehalten. Empfehlenswert ist eine Wanderung oder Radtour von Weinstadt-Endersbach nach Weinstadt-Strümpfelbach im Frühling.

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Einen geologischen „Thriller“ liefern die Streuobstwiesen rund um Urbach in der Nähe von Plüderhausen. Im Jahr 2001 rutschte auf einer Länge von 240 Metern das Gelände knapp 20 Meter nach unten ab, insgesamt 70.000 Quadratmeter Erd- und Gesteinsmassen wurden dabei bewegt. Auf drei Kilometern in den Streuobstwiesen entlang der Abbruchkante informieren mehrere Schautafeln über Geschichte, Geologie sowie natürlich Flora und Fauna rund um den Urbacher Erdrutsch.

Ausflug zum schwäbischen Grand Canyon

Ein schönes Ausflugsziel für Naturliebhaber im „Streuobstmekka“ ist Neckarrems. Wo die Rems in den Neckar fließt, gibt es viel Natur zu entdecken. Von den mit Misteln übersäten Obstbäumen oberhalb der Rems ergibt sich eine grandiose Aussicht auf die bis zu 80 Meter hohen Abbruchkanten des Muschelkalk-Aufschlusses, der auch als „Schwäbischer Grand Canyon“ bezeichnet wird. Der Weg zum Steinbruch führt über Wiesen hinunter ins Flusstal zu einer Fußgängerbrücke. Im Frühling sprießt dort der Bärlauch in die Höhe und sorgt für den ersten Blumenteppich auf dem Waldboden.

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Natur pur zwischen Jagst, Kocher und Tauber

Ein attraktives Nahrungsangebot für Tiere halten auch die Streuobstwiesen im lieblichen Taubertal zwischen Weikersheim und Tauberbischofsheim bereit. Das Taubertal gilt dank seines milden Klimas als „Fränkische Toskana“. Geheimtipp: im Vogelschutzgebiet „Heiden und Wälder Tauberland“ in der Nähe der als Fechthochburg bekannten Stadt Tauberbischofsheim sind unter anderem Mittelspecht, Heidelerche, Uhu, Wanderfalke, Wespenbussard, Ziegenmelker und Halsbandschnäpper als Brutvogel registriert. Auf der Durchreise werden hier jedes Jahr regelmäßig Wiedehopf und Wendehals gesichtet.

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Im Frühjahr verwandeln milde Temperaturen die Kochertalhänge zwischen Schwäbisch Hall und Künzelsau in weiße Blütenmeere. Weiß und rosa leuchten im Frühling auch die Obstblüten im benachbarten Jagsttal rund um Mulfingen, Dörzbach, Krautheim und Schöntal. Im Naturschutzgebiet Altenberg bei Dörzbach sonnen sich im Spätfrühling die Östliche Grille und der Schmetterlingshaft. Bei Mulfingen ertönte in den vergangenen Jahren im Frühsommer regelmäßig der Ruf des Wiedehopfs. Ein weiterer Tipp für Naturgucker sind die Streuobstwiesen bei Michelbach am Wald inmitten der Öhringer Weinbergslandschaft. Die Ecke bietet Landschaftsfotografen aufgrund des reizvollen Wechsels zwischen Obstwiesen, Rebfluren und den Ausläufern des Schwäbisch-Fränkischen Waldes genug Foto-Futter.

Sanfte Hügellandschaften

Lohnenswerte Fotomotive verspricht auch ein ausgedehnter Spaziergang rund um die Streuobstwiesen und Hügellandschaften bei Michelbach an der Bilz. Die dornigen Schlehenhecken sind ein prima Versteck für den Neuntöter. Sein rauhes „Dschää“ verrät schnell seinen Aufenthaltsort. Mit einem Teleobjektiv lässt er sich gut einfangen. Der Neuntöter spießt mit Vorliebe seine Beute – zum Beispiel Grillen, Libellen, Bienen, Hummeln oder Eidechsen – an dornigen Ästen auf. Hummeln und Wespen erbeutet er im Zielflug. Im Spätsommer stellen die ersten reifen Äpfel eine willkommene Abwechslung für den Rotrückenwürger dar.

Am äußersten Zipfel des Landkreises Schwäbisch Hall in der Gemeinde Kreßberg beginnt die Fränkische Moststraße. Ein Erlebnispfad rund um Bienen macht einem klar, wie wichtig Insekten zur Bestäubung von Obstbäumen sind. Während idyllischer Natur-Exkursionen zeigt der Obstkenner Reinhold Kett botanische Raritäten und den Lebensraum des Bibers. Anschließend klingt der erlebnisreiche Tag bei einer humorvollen Most- und Schnapsprobe genussvoll aus.

Weiterführende Informationen:
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Text: Andreas Scholz;
Fotos: Andreas Scholz, Bildagentur Zoonar und Thorsten Haag

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