Die weißen Pferde der Camargue

1. Teil der Reportageserie über die Camargue-Pferde
Die weißen Pferde der Camargue

Im Süden Frankreichs, nördlich der Stadt Arles, teilt sich die Rhone in zwei Flussarme: der größere, die Grand Rhone, mündet bei Port St. Louis im Mittelmeer, während der kleinere, die Petit Rhone, südwestlich bei Saintes Maries de la Mer ins Meer flieflt. Dazwischen liegt die Camargue, ein besonderes Naturgebiet in dem der Fluss und das Meer für ständige Veränderungen sorgen. An einigen Stellen des Sumfgebietes gibt es Salz- und Süßwasservorkommen, im Sommer ist es oft sehr heß und viele Pflanzen sind verdorrt. Mitunter sieht man Fata Morganas, Luftspiegelungen weit entfernter Gegenstände, von denen man nicht weifl ob es sich um Einbildung oder Realität handelt. Windstill ist es hier nur selten. An manchen Tagen weht von Afrika ein heßer Scirocco, der alles mit einer feinen Sandschicht bedeckt. Meistens aber ist es der Mistral, ein kühler Nordwind, der das Land fest im Griff hat. So behauptet ein provencalisches Sprichwort, dass der Mistral Mensch und Tier verrückt mache, wenn er drei Tage hintereinander oder länger weht.

Besonders im Winter kann es dann auch sehr kalt werden. Die extremen Lebensbedingungen im Rhonedelta verlangen Pflanzen und Tieren einiges ab, überleben können hier nur die anpassungsfähigsten Arten. So findet man zahlreiche Spezialisten von der Salicornia, einer Pflanze die Salz ausscheidet, über die winzige Etruskermaus, eines der kleinsten Säugetiere der Welt ist, bis hin zum rosa Flamingo und vielen anderen seltenen Vögeln. Auch die hier lebenden Camargue-Pferde und Rinder sind echte Überlebenskünstler - beide Tierarten sind zwar nicht mehr wirklich wild, auch wenn die Reise Werbung uns dies gerne glauben lassen möchte, leben aber oft gemeinsam ganzjährig im Freien auf riesigen Weideflächen. So hat die Camargue auch in unserer modernen Zeit etwas wildes, unbezähmbares - hier regiert die Natur, auf die sich Mensch und Tier täglich neu einstellen müssen.

Pferdegerechte Freilandhaltung

Aufgrund der naturnahen und artgerechten Haltung, die hier schon immer praktiziert wurde, hat sich das Camargue-Pferd perfekt an seinen Lebensraum angepasst und zu einer sehr widerstandsfähigen, robusten Pferderasse entwickelt, die kaum anfällig für Krankheiten ist. Im Sommer hat das Fell der Pferde einen metallischen Schimmer, der das Sonnenlicht reflektiert, selbst bei großer Hitze stehen die Pferde oft in der freien Landschaft. Mit unglaublicher Gelassenheit erdulden die Schimmel Angriffe hunderter Stechmücken und scheinen fast resistent gegen die Plagegeister zu sein.

Im Winter bilden die Tiere dann ein wasserabweisendes Fell mit dicker Unterwolle, dichte Haare am Schweifansatz schützen vor Nässe. Indem es die Nüstern kurzfristig verschliest, kann das Camague-Pferd auch unter Wasser grasen, breite Hufe verhindern das Einsinken im Schlamm. Problemlos überstehen die robusten Pferde enorme Temperaturschwankungen, ebenso wie Überschwemmungen oder große Trockenheit. Bereits die Fohlen lernen wo sich im Morast gefährliche Untiefen verbergen und wissen instinktiv wohin sie ihre Hufe setzen können.

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Die Geschichte des Camarguais

Früher hörte man häufig, das Camargue-Pferd sei ein direkter Nachkomme des steinzeitlichen Solutre Ur-Pferdes. Heute weiß man aber, dass unsere domestizierten Hauspferde nicht von einer einzigen Urpferderasse abstammen. Schon in der Steinzeit gab es mehrere Pferdetypen, die sich je nach Lebensraum und Klima auch in Größe und Gestalt deutlich voneinander unterschieden.

Die Ähnlichkeiten des Camargue-Pferdes mit paläolithischen Höhlenmalereien in Südfrankreich, wie beispielsweise Grotte Chauvet (Ardeche) oder Cosquer (bei Marseille), sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Mit Sicherheit liegt diese Ähnlichkeit an den ursprünglichen Lebens- und Aufzuchtbedingungen der Camargue-Pferde, welche eine sehr authentische Pferderasse geformt haben. Zwar hat der Mensch oft regulierend in die Zucht eingegriffen - was den Fortbestand der Rasse zeitweise sogar gefährdete. Dennoch hat sich aufgrund einer gewissen Naturauslese immer wieder ein sehr ursprünglicher Pferdetyp heraus bilden können. Auch ist nicht auszuschlieflen, dass früher in einigen schwer zugänglichen Sumpfgebieten der Camargue ein kleiner Pferdebestand unbeeinflusst vom Menschen überleben konnte.

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Die Bewahrung provencalischer Traditionen

Im 18. Und 19. Jahrhundert wurden Camargue-Pferde auch für alle landwirtschaftlichen Arbeiten eingesetzt. Besonders harte Arbeit war das Getreidedreschen, bei dem die Pferde stundenlang im Kreis getrieben wurden um die Körner aus dem Getreide zu stampfen. Mit Erfindung des Mähdreschers und Motorisierung der Landwirtschaft wurden jedoch kaum noch Pferde benötigt, sodass viele gute Tiere beim Schlachter endeten - das Fortbestehen der Rasse war akut gefährdet.

Nur einigen wenigen Manadiers (Züchter der Camargue), die noch an der Zucht des Camargue-Pferdes festhielten ist es zu verdanken, dass das Camargue-Pferd überleben konnte. Insbesondere war es Marquis Folco de Baroncelli-Javon (1869 ñ 1943), der sich unermüdlich, nicht nur für die Zucht der Camargue-Pferde und Stiere einsetzte, sondern auch für die Bewahrung alter provencalischer Traditionen und Bräuche.

Baroncelli war auch Naturschützer, kämpfte gegen den Raubbau an der Umwelt und die stetig zunehmende Naturentfremdung.
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Camargue-Pferde im Sumpfgebiet des Rhone Delta, Südfrankreich
Camargue-Pferd Stute mit Fohlen im Sumpfgebiet
Im Zuge der einsetzenden Modernisierung machte sich kaum jemand Gedanken um seltene Tier- und Pflanzenarten oder die Erhaltung einzigartiger Lebensräume. Besonders das sensible ökologische Gleichgewicht der Camargue war damals durch rücksichtslose Eingriffe, Trockenlegungen und Baumaßnahmen akut bedroht. Nicht umsonst gilt Baroncelli heute noch als eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Landes, ohne dessen weitsichtiges Handeln die Camargue wohl nicht erhalten geblieben wäre.

Baroncelli besaß große Pferde- und Rinder- Herden, die dem ursprünglichen Typ entsprachen. Er wehrte sich gegen weitere Fremdbluteinkreuzungen und wollte eine staatliche Anerkennung des Camargue-Pferdes als eigenständige Rasse...

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Die offizielle staatliche Anerkennung

Erst nach Baroncellis Tod kam es zu einer Anerkennung der Camargue-Pferde als eigenständige Rasse. Nachdem 1964 die Vereinigung der Züchter des Camargue-Pferdes, gegründet wurde gelang es den Züchtern mit Unterstützung der Naturschutzbehörde des Parc Regional de Camargueì, 1977 die staatliche Gestütsverwaltung zu überzeugen wie wichtig der Erhalt des Camargue-Pferdes im Original Typ ist - die Rasse erhielt ein eigenes Stutbuch und wurde im März 1978 offiziell anerkannt. Die Verwaltung der Zucht untersteht dem staatlichen Nationalgestüt. 1990 wurde das Stutbuch geschlossen.

So gibt es heute in der Camargue wieder viele traditionsbewusste Züchter. Wobei es unterschiedliche Zuchtlinien gibt, bei denen der Schwerpunkt entweder nur auf die Gebrauchsreiterei für den Einsatz am Stier gelegt wird, oder auch auf die Verwendung als vielseitig einsetzbares Pferd für den Freizeitreiter.

Seit etwa 35 Jahren werden Camargue-Pferde auch in Deutschland gezüchtet. Hier kümmert sich der Verein Camarguepferde Deutschland e.V. um die Interessen und Belange der Züchter. Der deutsche Verein arbeitet eng mit dem französischen Zuchtverband zusammen und bemüht sich darum, dass die Anforderungen des Ursprungszuchtgebietes auch in Deutschland Gültigkeit haben. Insgesamt gibt es etwa 300 Camargue-Pferde in Deutschland, Zuchttiere werden von den jeweiligen Zuchtverbänden des Bundeslandes gekürt oder registriert.

Die Besonderheit des Camargue-Pferdes liegt darin, dass die Züchter in der Camargue ihre Tiere traditionell schon immer frei und ohne Stall in den Sümpfen hielten. Durch die natürliche Anpassung an seine Umwelt, entwickelte sich das Camargue-Pferd, trotz aller Fremdbluteinkreuzungen und erst später Zuchtregistrierung, immer wieder zu einem sehr ursprünglichen und besonders widerstandsfähigen Pferdetyp. So ist das Camargue-Pferd auch heute noch wesentlich geprägt von den besonderen Umweltbedingungen seiner Heimat.Tatsächlich hat sich gezeigt, dass sich der Typ des Camargue-Pferdes schon nach wenigen Generationen auflerhalb des Ursprungsgebietes erheblich verändert. So wundert es nicht, dass der Geburtsort eines Camargue-Pferdes auch entsprechend in den Papieren Berücksichtigung findet.

Rassebeschreibung des Camargue-Pferdes

Camargue-Pferde werden dunkel geboren, wobei die Farben von schwarz-grau über braun bis hin zur fuchsfarbe variieren. Oft tragen die Fohlen die sogenannte Schimmelbrille, die aus grauen Haaren um Augen und Nüstern besteht. Nach dem ersten Fellwechsel wird ein Camargue-Pferd mit jedem Jahr heller. Erst mit zunehmendem Alter erhält das Fell das metallisch schimmernde weiß. Camargue-Pferde werden immer weiß, andere Farben deuten auf Fremdbluteinkreuzungen.

Das Camargue-Pferd ist ein äuflerst genügsames, robustes Pferd, mit kompaktem Körperbau und starken Gliedmaßen, sodass es sich auch mit einem relativ geringem Stockmaß von etwa 1,35 - 1,45 m (geringe Abweichungen sind erlaubt) häufig um einen echten Gewichtsträger handelt. Sein Kopf ist oft groß und kantig, manchmal etwas ramsnasig, dabei aber auch ausdrucksvoll, mit kleinen Ohren und groflen Augen. Der Hals ist kurz und kräftig, mit einer steilen, muskulösen Schulter, die Kruppe ist relativ steil mit tief angesetztem Schweif und ausgeprägten Haaren im oberen Bereich zum Schutz vor Nässe, die Hufe sind stabil, breit und kräftig.

Camargue-Pferde sind vielseitige Freizeitpartner, sehr ausdauernd und trittsicher und erreichen oft ein Alter von mehr als 30 Jahren. Pferde aus Stierzuchtlinien haben den angeborenen Cow-Sense, den Sinn für das Gespür am Rind, sind besonders mutig und intelligent. Für den ungeübten Freizeitreiter sind solche Tiere nur bedingt zu empfehlen, da sie bei der gefährlichen Arbeit am Stier selbstständig agieren müssen. Hier gibt es aber auch zahlreiche Zuchtlinien, die eher für den vielseitigen Einsatz als Allrounder gezüchtet werden und dem ursprünglichen Camargue-Pferde -Typ ebenfalls gerecht werden.

Um die gewünschte Robustheit zu erhalten, müssen Camargue-Pferde im Ursprungszuchtgebiet unter freiem Himmel geboren werden, auf einer extensiv bewirtschafteten Weidefläche (mindestens 20 Hektar groß), auf der sie ganzjährig in einer Manade (Herde) leben, die aus mindestens vier Tieren besteht. Nur Tiere die im Ursprungszuchtgebiet (der Wiege) geboren werden erhalten die Bezeichnung "Camargue", alle anderen Pferde erhalten im Papier den Zusatz "Hors Berceau" (auflerhalb der Wiege). Das offizielle Zuchtgebiet erstreckt sich über die Camargue und umfasst auch die kleine Camargue bis Montpellier, sowie im Norden das Gebiet bis kurz vor Avingnon und im Osten die Landschaft der Crau.

Im 2.Teil geht es um die Reitweise der Gardians (Gebrauchsreiterei), Verwendung des Camargue-Pferdes und warum Stierkult und Pferde auch heute noch untrennbar miteinander verbunden sind.

Text & Fotos: Meike Bölts

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